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WIP: Normen, Installation und Planung – Analysefragen A–H

SymbolBedeutung
[Repo]Im Repo dokumentiert oder ableitbar
[Online]Öffentlich zugängliche Online-Quelle (mit Link)
[Norm/Technik]Aus Normenstruktur, Herstellerangaben oder technischer Schlussfolgerung
[EFK]Offene Frage für Elektrofachkraft

[Norm/Technik] OVE E 8101 ist die österreichische Normenserie für Niederspannungsanlagen, harmonisiert mit IEC 60364 / CENELEC HD 60364. Relevante Teile:

TeilInhalt
OVE E 8101-4-41Schutz gegen elektrischen Schlag – SELV / PELV / FELV
OVE E 8101-4-43Schutz bei Überstrom
OVE E 8101-5-52Leitungsanlage, Verlegearten, Strombelastbarkeit
OVE E 8101-5-54Schutzleiter, Potentialausgleich
OVE E 8101-6-61Erstprüfung

[Norm/Technik] Das im Repo beschriebene 24V-System mit PE-Verbindung am Netzteil-GND ist korrekt als PELV (Protective Extra-Low Voltage) eingeordnet:

SystemMerkmale
SELVSchutzkleinspannung, kein Erdbezug, vollständige Netztrennung
PELVSchutzkleinspannung, mind. ein Punkt mit PE verbunden, vollständige Netztrennung ✅
FELVFunktionskleinspannung, keine besondere Netztrennung

PELV-Quelle muss ein Sicherheitstrenntransformator nach IEC 61558-2-6 sein – handelsübliche Loxone-Netzteile sind dafür ausgelegt.

[Norm/Technik] ETV 2020 schreibt vor: Errichtung, Änderung und Erstprüfung nur durch konzessionierten Elektrotechnikbetrieb. Loxone ändert daran nichts.

H07V-U = harmonisierte Einzelader nach IEC 60227-3:

  • H = harmonisiert, 07 = 450/750 V, V = PVC-Isolierung, U = starr eindrähtig
  • Zulässig in Rohr / Kanal / Verteiler in trockenen und geschützten Bereichen
  • Nicht zulässig für freie Außenverlegung ohne Rohr (→ NYM-J / NYY-J verwenden)

Frage A – Mehrere 230V-Stromkreise in einem Installationsrohr

Section titled “Frage A – Mehrere 230V-Stromkreise in einem Installationsrohr”

Kurzantwort: Grundsätzlich zulässig, aber Häufungsfaktor und N-Trennung je FI-Kreis sind zwingend zu beachten.

[Norm/Technik] Korrekturfaktoren nach IEC 60364-5-52, Tabelle B.52.17 (Verlegeart B2: Einzeladern im Rohr):

Anzahl Stromkreise im RohrHäufungsfaktor
11,00
20,80
30,70
4–50,65 – 0,57

Beispiel: H07V-U 1,5 mm² in Rohr, 2 Kreise → Iz ≈ 13,5 A × 0,80 = 10,8 A → passt zu B10, nicht zu B13 oder B16.

[Norm/Technik] Wenn zwei Stromkreise unterschiedlichen FI-Schutzschaltern zugeordnet sind, müssen ihre N-Leiter vollständig getrennt geführt werden. Ein gemeinsamer N für zwei FI-Kreise führt zu Fehlfunktion oder Nichtauslösung des FI.

[Norm/Technik] Faustformel: max. 40 % des nutzbaren Rohrquerschnitts. Für 6 × H07V-U 1,5 mm² (6 Adern à Ø ~3,5 mm) empfiehlt sich DN25 statt DN20.

PunktBewertung
Mehrere 230V-Kreise im selben Rohr✅ Grundsätzlich zulässig
Häufungsfaktor anwenden✅ Pflicht
B16 + 1,5 mm² bei Häufung❌ Nicht konform
N-Mischung bei getrennten FI-Kreisen❌ Verboten
DN25 bei 6 Einzeladern✅ Empfohlen

Konkretes Beispiel – HV KG nach UV EG/OG (2 Kreise, DN25, Relay Extension)

Section titled “Konkretes Beispiel – HV KG nach UV EG/OG (2 Kreise, DN25, Relay Extension)”

Ausgangslage: 2 Kreise (je ein LS-Automat), 6 × H07V-U im selben DN25-Leerrohr, Strecke Hauptverteiler → Unterverteiler. Beide Kreise geschaltet über Relay Extension (z. B. Bad Lüfter 1, Bad Lüfter 2, Außenscheinwerfer).

AderquerschnittAußen-Ø H07V-UFläche je Ader6 Adern gesamtDN25 Innenfläche (≈ 327 mm²)Füllgrad
1,5 mm²≈ 2,9 mm6,6 mm²39,6 mm²327 mm²12 %
2,5 mm²≈ 3,4 mm9,1 mm²54,6 mm²327 mm²17 %

Füllfaktor in beiden Fällen weit unter der 40-%-Grenze – kein Problem.

Stromlasttragend: L und N je Kreis; PE zählt nicht → 4 stromlasttragend = 2 Stromkreise → Häufungsfaktor f = 0,80.

QuerschnittBasisstrom Verlegeart B2Mit f = 0,80Passt zu 10 A LS?Passt zu 13 A LS?
1,5 mm²≈ 16,5 A13,2 A✅ ausreichend⚠️ knapp, normativ grenzwertig
2,5 mm²≈ 21,0 A16,8 A✅ problemlos✅ problemlos

Mit 10 A LS und 1,5 mm²: 13,2 A > 10 A – passt klar. ✅

Zusammenlegung auf einen gemeinsamen LS (Option)

Section titled “Zusammenlegung auf einen gemeinsamen LS (Option)”

Wenn die Lasten klein genug sind (z. B. Bad Lüfter 1 + Bad Lüfter 2 + Außenscheinwerfer über Relay Extension), kann prinzipiell ein einziger LS für alle drei Verbraucher genutzt werden, sofern:

  • die Summe der gleichzeitigen Lasten unter der LS-Nennstromgrenze bleibt,
  • die Relay Extension je Kanal nicht überlastet wird (max. 16 A je Kanal, 48 A gesamt),
  • der Spannungsfall bis zum letzten Verbraucher tolerierbar bleibt,
  • FI-Zuordnung klar ist: L und N desselben Kreises durch denselben FI-Torus.

Bei Zusammenlegung auf einen LS reduziert sich die Anzahl der Stromkreise im Rohr auf 1 → Häufungsfaktor entfällt, 1,5 mm² ist damit noch komfortabler.

FI: 1 oder 2 unterschiedliche FI-Schutzschalter?

Section titled “FI: 1 oder 2 unterschiedliche FI-Schutzschalter?”

Der FI-Typ beeinflusst die thermische Berechnung nicht. Relevant ist nur: N-Leiter von FI-Kreis A darf nie gemeinsam mit N-Leiter von FI-Kreis B durch dasselbe Rohr als geteilter Leiter geführt werden. Als getrennte, parallel eingelegte Adern ist das kein Problem – die Häufungsrechnung bleibt dieselbe.

Szenario1,5 mm² + 10 A LS2,5 mm² + 13 A LS
2 × Dreier, 6 Adern, DN25✅ konform, klarer Puffer✅ konform, maximaler Puffer
Zusammenlegung auf 1 LS✅ noch besser✅ problemlos
Unterschiedliche FI-Kreisekein Einfluss auf Thermikkein Einfluss auf Thermik

Empfehlung: 10 A LS + 1,5 mm² ist für reine Lüfter- und Leuchtenlast über Relay Extension ausreichend und normativ sauber. Für die Strecke HV → UV als Festinstallation ist 2,5 mm² der entspanntere Weg, weil er zukünftige Kreisanpassungen ohne Nachkalkulation erlaubt.


Konkretes Beispiel – DN25 mit Lüfter + Außenleuchte + Außenbewegungsmelder (8 Adern, gemischte Querschnitte)

Section titled “Konkretes Beispiel – DN25 mit Lüfter + Außenleuchte + Außenbewegungsmelder (8 Adern, gemischte Querschnitte)”

Ausgangslage: 3 Verbraucher in einem DN25-Leerrohr, kürzere Strecke. Außenleuchte und Außenbewegungsmelder hängen am gleichen LS (ein Außenkreis). Lüfter ist ein zweiter eigenständiger Kreis.

Nr.AderQuerschnittKreisStromlasttragend
1Lüfter L1,5 mm²Kreis Lüfter
2Lüfter N1,5 mm²Kreis Lüfter
3Lüfter PE1,5 mm²
4Außen L1 (→ Melder rein)1,5 mm²Kreis Außen
5Außen L2 (→ Melder geschaltet zur Leuchte)1,5 mm²Kreis Außen
6Außen N_shared (Leuchte + Melder)2,5 mm²Kreis Außen
7Außen PE2,5 mm²

7 Adern gesamt (falls Melder und Leuchte eine gemeinsame PE-Ader nutzen; sonst +1 Ader).

5 × 1,5 mm²5 × 6,6 mm² = 33,0 mm²
2 × 2,5 mm²2 × 9,1 mm² = 18,2 mm²
Gesamt51,2 mm² von 327 mm² (DN25)16 %

Stromlasttragend: L Lüfter, N Lüfter, L1 Außen, L2 Außen, N_shared = 5 Adern, 2 Stromkreise → f = 0,80.

QuerschnittBasisstrom× 0,8010 A LS13 A LS
1,5 mm² (Lüfter + Außen-L)16,5 A13,2 A⚠️ knapp
2,5 mm² (N_shared)21,0 A16,8 A

Mit 10 A LS für beide Kreise: konform und mit Puffer. ✅

Außenleuchte und Außenbewegungsmelder sind ein gemeinsamer LS-Kreis → derselbe FI-Torus → gemeinsamer N ist die korrekte und gewollte Schaltung (Standardverdrahtung Melder steuert Leuchte: L1 rein, L2 geschaltet zur Leuchte, N für beide). Kein FI-Problem.

PunktBewertung
Füllfaktor 7 Adern in DN25✅ 16 % – problemlos
2 Stromkreise, f = 0,80✅ mit 10 A LS + 1,5 mm² konform
N_shared zwischen Leuchte und Melder✅ beide am gleichen LS/FI – normativ korrekt
Gemischte Querschnitte 1,5 + 2,5 mm²✅ im gleichen Rohr erlaubt
Kürzere Strecke✅ Spannungsfall kein Thema

Umsetzungsvarianten – autonomer Melder vs. Loxone-gesteuert

Section titled “Umsetzungsvarianten – autonomer Melder vs. Loxone-gesteuert”

Für die Kombination Außenbewegungsmelder + Außenleuchte gibt es zwei normativ saubere Wege, die beide in das beschriebene Rohr passen.

Variante 1 – Autonomer Melder (klassische Reihenschaltung)

Melder liegt direkt in der L-Leitung und unterbricht sie mechanisch. Loxone hat keinen Einfluss auf diese Leuchte.

UV ──L1──► Melder (Schalter) ──L2──► Leuchte
UV ──N_shared──────────────────────► Melder + Leuchte
UV ──PE────────────────────────────► Melder + Leuchte
MerkmalWert
Loxone-Einfluss❌ keiner – Melder schaltet autonom
N_shared✅ ein Kreis, ein FI
Rohrbelegungwie besprochen: L1, L2, N_shared, PE + Lüfter L/N/PE
Häufung2 Kreise, f = 0,80 – unverändert
Wann sinnvollrein mechanische Außensicherung ohne SmartHome-Bedarf

Variante 2 – Melder als Loxone-Sensor, Relay Extension schaltet Leuchte

Melder liefert nur ein Signal an Loxone (potentialfrei oder AI/DI über Nano DI Tree). Loxone schaltet die Leuchte über Relay Extension. Melder und Leuchte haben getrennte 230-V-Abschnitte.

UV ──L──► Melder (Versorgung 230 V)
└──► Signalleitung (CAT7, eigenes Rohr) ──► Nano DI Tree / Loxone AI
UV ──L───────────────────────────────► Relay Extension ──► Leuchte
UV ──N_shared oder getrennt──────────► Melder + Leuchte
UV ──PE──────────────────────────────► beide
MerkmalWert
Loxone-Einfluss✅ voll steuerbar: Szenen, Zeit, Verknüpfungen
N_shared✅ möglich, solange Melder-Versorgung und Relay-Ausgang auf demselben FI
Signalleitung (CAT7)eigenes Rohr oder Kanal – nicht mit 230 V zusammen
Rohrbelegung 230 VL-Versorgung Melder, L-zu-Relay, N_shared, PE + Lüfter L/N/PE
Häufung2 Kreise, f = 0,80 – identisch zu Variante 1
Wann sinnvollLoxone-Haus – Melder löst z. B. gleichzeitig Innen- und Außenlicht aus, Zeitsteuerung, Szenen

Vergleich

Variante 1Variante 2
Loxone-Kontrolle
Verkabelungsaufwand 230 Vgeringergleich
Zusätzliches Signalkabelnicht nötigCAT7 separat
N_shared zulässig✅ (gleicher FI)
Häufungsfaktorf = 0,80f = 0,80
Empfehlung für dieses HausFallback / einfache Zonenbevorzugt

Frage B – H07V-U im Installationsrohr im Außenbereich

Section titled “Frage B – H07V-U im Installationsrohr im Außenbereich”
SzenarioH07V-U im RohrBemerkung
Trocken, geschützt innenStandard
Trocken, geschützt Außen unter DachRohr muss außentauglich sein
Feucht / Kondensat möglich⚠️Rohr dicht, Tiefpunkte entwässern
Spritzwasser auf Rohr (IP44)⚠️Rohr + Anschlüsse IP44+
UV direkt auf Ader (kein Rohr)Nicht zulässig
Freie Außenverlegung ohne RohrNYM-J / NYY-J verwenden

Frage C – Relay Extension / Dimmer Extension im HV: geschalteter Leiter zum UV

Section titled “Frage C – Relay Extension / Dimmer Extension im HV: geschalteter Leiter zum UV”

Loxone Relay Extension – technische Eckdaten

Section titled “Loxone Relay Extension – technische Eckdaten”

[Online – Loxone Shop]

ParameterWert
Ausgänge14 potentialfreie Relaiskontakte
Kontaktbelastbarkeit250 VAC / 16 A je Kanal (IEC)
Gesamtlast Extensionmax. 48 A (thermisch)
Leitungsquerschnitt0,05–2,5 mm²; bei Last > 12 A: min. 2,5 mm²
SchutzartIP20 (Einbau in Verteiler erforderlich)

Loxone Dimmer Extension – Lastgrenzen 230V

Section titled “Loxone Dimmer Extension – Lastgrenzen 230V”

[Online – Loxone KB]

AusgangLED mit TreiberGlühlampe/Halogen
AQ1200 VA400 W
AQ2 / 3 / 4105 VA je210 W je

Temperaturabschaltung ist eingebaut. Lüftung im Verteiler bei hoher Auslastung sicherstellen.

[Norm/Technik] Der LS vor der Relay/Dimmer Extension reicht für die nachfolgende Leitung wenn:

  • Querschnitt vom LS bis zum Verbraucher konstant bleibt
  • Keine Abzweigung ohne eigenen Schutz stattfindet
  • Die Schleifenimpedanz Z_s am Verbraucher noch ausreichend für LS-Auslösung ist (bei langen Leitungswegen prüfen!)

Bei Querschnittsänderung nach dem Relaisausgang: eigener LS vor dem dünneren Abschnitt zwingend erforderlich.

[Norm/Technik] Für Außenstromkreise ist FI 30 mA Pflicht. L und N müssen durch denselben FI-Torus geführt werden. FI entweder im HV vor dem LS oder im UV am Abgang.


Frage D – Bauliche Trennung 230V / 24V PELV

Section titled “Frage D – Bauliche Trennung 230V / 24V PELV”

[Norm/Technik] OVE E 8101-4-41 / IEC 60364-4-41: PELV-Stromkreise müssen gegenüber Systemen höherer Spannung durch eine der folgenden Methoden geschützt sein:

Weg 1: Feste mechanische Barriere (physische Trennung)
Weg 2: PELV-Leitungen mit Isolierung für die höchste vorhandene Spannung (450/750V → H07V-U erfüllt das)

MethodeGeeignet?Anmerkung
Separate Verdrahtungskanäle mit Deckel✅ JaEmpfohlen, Kanäle beschriften
Feste Trennwand / Trennsteg (Hersteller-Zubehör)✅ JaArtikelnummer mit Elektriker klären
Getrennte Rohrsysteme✅ JaSauberste Lösung
Luftabstand ohne feste Trennwand❌ NeinKeine mechanische Barriere
H07V-U PELV-Leitungen ohne Trennung (Weg 2)⚠️ Formal möglichMit EFK abstimmen

[Norm/Technik] Kernbedingung für Überlastschutz: In ≤ Iz (Schutzorgan-Nennstrom ≤ Strombelastbarkeit der Leitung).

Grundwerte H07V-U, Verlegeart B2 (Einzeladern im Rohr), 30°C:

QuerschnittIz (2 belastete Leiter)
1,5 mm²≈ 13,5 A
2,5 mm²≈ 18 A
4 mm²≈ 24 A
KombinationEinzeln ohne HäufungMit Häufung (2 Kreise, Faktor 0,80)
B16 + 1,5 mm²❌ 16 > 13,5 A❌ 16 > 10,8 A
B13 + 1,5 mm²✅ 13 ≤ 13,5 A❌ 13 > 10,8 A
B10 + 1,5 mm²✅ 10 ≤ 13,5 A✅ 10 ≤ 10,8 A
B16 + 2,5 mm²✅ 16 ≤ 18 A❌ 16 > 14,4 A
B13 + 2,5 mm²✅ 13 ≤ 14,4 A

Praxisempfehlung:

AnwendungEmpfehlung
Lichtstromkreis, einzelnB10 oder B13 / 1,5 mm²
Lichtstromkreis, 2 Kreise im RohrB10 / 1,5 mm²
Steckdosenstromkreis, einzelnB16 / 2,5 mm²
Steckdosenstromkreis, 2 Kreise im RohrB13 / 2,5 mm² oder getrennte Rohre
Lange Leitungswege (Spannungsfall)Querschnitt ggf. erhöhen, rechnen lassen

Frage F – Räumliche Trennung im Unterverteiler: was konkret?

Section titled “Frage F – Räumliche Trennung im Unterverteiler: was konkret?”

[Norm/Technik] „Räumliche Trennung” ist kein fest definierter Normbegriff – es kommt auf die tatsächliche mechanische Barriere an.

MaßnahmeAls Trennung ausreichend?
Getrennte Verdrahtungskanäle mit Deckel + Beschriftung✅ Ja
Fester Trennsteg (Hersteller-Zubehör)✅ Ja
Einführungsrichtung 24V oben / 230V unten + Luftabstand❌ Nein – nur Ordnungsprinzip
Lose Abdeckkappen auf Klemmen❌ Kein Ersatz für Trennung

Empfohlene Lösung im Eaton-Kleinverteiler:

  1. Separate Verdrahtungskanäle mit Deckel für 230V und 24V – je eigener Kanal
  2. Beschriftung aller Kanäle und Klemmenblöcke
  3. Einführungsrichtung (24V oben / 230V unten) als ergänzendes Ordnungsprinzip

Frage G – 32er Rohrstück als „Schutzkanal” in einer Dose mit 230V

Section titled “Frage G – 32er Rohrstück als „Schutzkanal” in einer Dose mit 230V”

Kurzantwort: Nicht empfohlen – mechanisch instabil und schwer prüfbar.

[Norm/Technik] Das Rohrstück innerhalb der Dose schützt die 24V-Leitungen mechanisch, aber:

  • 230V-Klemmen liegen weiterhin frei in derselben Dose
  • Das Rohrstück ist nicht fest eingebaut und kann herausfallen
  • Schwer prüfbar und wartbar
AlternativeBewertung
Getrennte Dosen (eine 230V, eine 24V)✅ Beste Lösung
Mehrkammerdose mit Trennwand✅ Gut
Getrennte Rohrtrassen bereits im Rohbau✅ Optimal – muss früh geplant sein
H07V-U (450/750V) für 24V-Leitungen ohne physische Trennung⚠️ Formal möglich (Weg 2), mit EFK abstimmen
32er Rohrstück lose in Dose⚠️ Nicht empfohlen

Frage H – PE-Führung bei separatem Leerrohr für geschaltete 230V-Leiter

Section titled “Frage H – PE-Führung bei separatem Leerrohr für geschaltete 230V-Leiter”

Frage: Wenn L_geschaltet + N aus dem HV durch ein separates Leerrohr zum UV geführt werden: Muss der zugehörige PE mit ins Leerrohr, oder reicht der PE der Steigleitung?

FunktionBeschreibung
Schutzleiter für 230V-VerbraucherPE verbindet Verbrauchergehäuse mit PE-Schiene → Kurzschluss → LS/FI löst aus
Potentialausgleich HV ↔ UVPE-Schienen über Steigleitung verbunden → Potentialgleichheit
24V PELV GND/PE-VerbindungGND des Netzteils mit PE verbunden → PELV-System (andere Funktion!)

[Norm/Technik] Wenn der PE nur über die Steigleitung geführt wird (nicht im Leerrohr), ist die Fehlerschleife länger: L_geschaltet → Last → PE Verbraucher → UV-PE-Schiene → Steigleitung-PE → HV-PE → LS. Dadurch erhöht sich die Schleifenimpedanz Z_s.

Grenzwerte (IEC 60364-4-41): Z_s ≤ U₀ / I_a

  • B16: I_a = 80 A → Z_s max ≈ 2,87 Ω
  • B10: I_a = 50 A → Z_s max ≈ 4,6 Ω

Bei langen Leitungswegen (HV KG → UV OG, ca. 18–25 m Steigleitung) kann Z_s durch die längere Fehlerschleife kritisch werden.

[Norm/Technik] Im Leerrohr für L_geschaltet + N immer auch den zugehörigen PE mitführen:

  • Vollständiger Stromkreis L + N + PE gemeinsam – Grundprinzip der 230V-Installation
  • Kurze Fehlerschleife → Z_s gering → Auslösung sicher
  • Einfach prüfbar bei Erstprüfung
  • IEC 60364-5-52 empfiehlt, alle Leiter eines Stromkreises im selben Kanalweg zu führen

ThemaEinschätzung
Mehrere 230V-Kreise in einem Rohr✅ Zulässig mit Häufungsfaktor
B16 + 1,5 mm²❌ Nicht konform
B10 + 1,5 mm² (Licht, Häufung)✅ Konform
B16 + 2,5 mm² (Steckdose, einzeln)✅ Konform
N-Mischung bei getrennten FI-Kreisen❌ Verboten
H07V-U frei außen ohne Rohr❌ Nicht zulässig
H07V-U im Rohr, geschützter Außenbereich✅ Bedingt zulässig (Rohr prüfen)
LS vor Relay Extension reicht (gleicher Querschnitt, kein Abzweig)✅ Ja, aber Z_s prüfen
Querschnittsänderung nach Relais ohne neuen LS❌ Nicht zulässig
Luftabstand allein als Trennung 230V/24V❌ Nicht ausreichend
Getrennte Verdrahtungskanäle 230V/24V✅ Empfohlen
32er Rohrstück in Dose als Schutzkanal⚠️ Nicht empfohlen
Getrennte Dosen 230V / 24V✅ Beste Lösung für Dosen
PE im Leerrohr für geschaltete Leiter✅ Empfohlen (vollständiger Kreis)
PE nur über Steigleitung⚠️ Z_s berechnen / messen lassen
24V-GND/PE als Ersatz für 230V-Schutzleiter❌ Verschiedene Funktionen

  • Leitungslängen je 230V-Stromkreis (HV KG → Verbraucher) nachliefern
  • Spannungsfall- und Z_s-Berechnung je Stromkreis
  • Häufungsplan: welche Kreise in welchem Rohr → Querschnitt und Absicherung anpassen
  • Steckdosenstromkreise: B16 + 2,5 mm² (einzeln) oder B13 + 2,5 mm² (Häufung)
  • Lichtstromkreise: B10 + 1,5 mm² empfohlen
  • Je Relaisausgang: Leitungslänge, Querschnitt, Z_s dokumentieren
  • Querschnitt nach Relais bis Verbraucher konstant? Sonst neuer LS
  • Alle Außenstromkreise: FI 30 mA, L+N durch denselben Torus
  • Thermische Grenze der Relay Extension: max. 48 A Gesamtlast
  • Je Leerrohr prüfen: sind L + N + PE eines Kreises vollständig drin?
  • Z_s für alle Kreise mit PE über Steigleitung (Umweg) berechnen
  • Leerrohr-Dimensionierung für vollständige Kreise (L+N+PE) je Abgang
  • Netzteil-Typ und Artikel-Nr. → PELV-Eignung nach IEC 61558-2-6 dokumentieren
  • GND/PE-Verbindungspunkt dokumentieren (wo, wie, womit)
  • Eaton-Zubehör (Artikelnr. Trennwände, Kanäle) für UV EG und UV OG festlegen
  • Verdrahtungskanäle für 230V und 24V getrennt, beschriftet
  • Dosen mit 230V + 24V: getrennte Dosen oder Mehrkammerdosen
  • Rohrsystem je Außenstrecke: IP-Klasse, UV-Stabilität, Tropfwasserschutz an Durchführungen
  • Alle Außensteckdosen und Außenleuchten: FI 30 mA
  • Schleifenimpedanz Z_s je Abgangsstromkreis messen
  • Isolationswiderstand messen
  • FI-Auslösetest
  • Dokumentation und Übergabeprotokoll

Nr.Offener PunktBenötigt
1Leitungslängen je 230V-Stromkreism-Angaben HV KG → UV EG/OG → Verbraucher
2Querschnitt aller 230V-EndstromkreiseFestlegen welche Kreise 1,5 / 2,5 mm²
3Absicherung je StromkreisB10/B13/B16 + FI/LS/RCBO-Liste
4Rohr-BelegungsplanWelche Kreise in welchem Rohr → Häufungsfaktor
5Eaton-Verteilermodell (Artikel-Nr.)Für Trennwand-Zubehör
624V-Netzteil Modell/Artikel-Nr.PELV-Nachweis
7Außenrohr-Typ je StreckeIP, UV, Feuchte
8Belegung je Leerrohr HV→UVWelche Leiter, PE dabei?
9Lastplan je Dimmer-Extension-AusgangThermische Grenze prüfen
10FI-Aufteilung im VerteilerN-Trennung je FI-Kreis sicherstellen

  • 03_Loxone_und_Elektroplanung/grundlogik_und_merksaetze.md – Grundprinzipien, Farblogik, Trennung der drei Ebenen
  • 03_Loxone_und_Elektroplanung/arbeitsunterlage_loxone_tree_und_stromkreise.md – Steigleitung, Leerrohre, Verteilerlogik
  • 04_Verteilerplanung/konkretere_te_liste_pro_verteiler_loxone.md – TE-Bedarf, Relay/Dimmer Extension im KG
  • 01_Projektueberblick/systemuebersicht_geplante_geraete_und_grundprinzipien.md – Relay + Dimmer Extension fest im KG
  • 06_Offene_Punkte_und_Entscheidungen/entscheidungen.md – Entscheidung 2026-05-16: zentrale 230V-Sonderlogik

Normen (Struktur bekannt, Volltext kostenpflichtig beim OVE)

Section titled “Normen (Struktur bekannt, Volltext kostenpflichtig beim OVE)”
  • OVE E 8101-4-41 / IEC 60364-4-41 – PELV/SELV/FELV, Trennungsanforderungen
  • OVE E 8101-4-43 / IEC 60364-4-43 – Überlastschutz, In ≤ Iz
  • OVE E 8101-5-52 / IEC 60364-5-52 – Strombelastbarkeit, Häufungsfaktoren, Verlegearten
  • OVE E 8101-6-61 – Erstprüfung
  • IEC 60227-3 – H07V-U Definition und Anwendungsbereich
  • IEC 61558-2-6 – Sicherheitstrenntransformator (PELV-Quelle)
  • ETV 2020 (BGBl. II Nr. 222/2002 i.d.g.F.) – Pflicht zur Elektrofachkraft in Österreich